Amerika 2014 // Tag 18: Das Tal des Todes

Nach einem kleinen Frühstück bereiten wir uns auf unseren heutigen Ausflug vor. Es geht ins Death Valley. Der Name der Gegend scheint nicht von ungefähr. Die Temperaturen können laut unseres Reiseführers in den Monaten Juni bis September nicht selten 40°C erreichen.[1] Und so treffen wir ein paar Vorkehrungen: Zwei große Sixpack Wasser im Kofferraum, zwei aufgeladene Handys und ein voller Tank. Dann kann es los gehen.

Der Death Valley National Park erstreckt sich über eine Fläche von 12.000 km² und war früher für Goldsucher und Einwanderer ein fast unüberwindbares Hindernis.[2] Uns bleibt nur ein Tag zur Erkundung, sodass wir uns eine eigene Route zusammenstellen. Tickets für den Nationalpark ($20 pro Auto und $10 pro Person) gibt es entweder im Visitor Center in der Oase Furnace Creek zu kaufen oder an den Zahlautomaten, die sich an den jeweiligen Zufahrten befinden.[3]

Zunächst fahren wir bis nach Death Valley Junction und biegen dort auf den North Highway ab. Alles, was vor uns liegt, ist eine bis zum Horizont verlaufende Straße und eine endlose Weite. Mehr Freiheit kann man nicht fühlen. Der Zabriskie Point ist unser erster Stopp. Der durch den gleichnamigen Antonioni-Film aus dem Jahr 1969 berühmt gewordene Aussichtspunkt gibt den Blick auf die farbenprächtigen Hügel des Golden Canyons frei.[4]

Man könnte meinen, dass die karge Gegend schnell eintönig wird oder sogar Langeweile aufkommen lässt. Bei uns nicht. Immer wieder sind wir von der einzigartigen Natur begeistert, die uns mit grünen Fleck inmitten der ausgetrockneten Umgebung überrascht. Nach ein paar Meilen biegen wir von der Hauptstraße in den Artist Drive ab, eine 15 Kilometer lange Panoramastrecke. Von der schmalen Einbahnstraße, die nur von Fahrzeugen mit einer maximalen Länge von rund 7,6 Meter passiert werden darf, hat man eine fantastische Sicht auf die wunderschön anzusehenden Felsformationen, deren einzelne Farbschichten durch Ablagerungen von Mineralien und vulkanischer Asche entstanden.[5]

Zurück auf der Interstate #178 führt uns unser Weg nach Badwater. Mit 86 Metern unter dem Meeresspiegel ist es der tiefste Punkt des amerikanischen Festlandes[6] und für seine riesigen Salzflächen bekannt, die gefühlt bis zum Horizont reichen. Von Schatten fehlt vor Ort jede Spur, sodass die Hitze fast unerträglich wird und wir bereits nach kurzer Zeit wieder den Rückweg zu unserem Auto antreten.

Mit vielen tollen Impressionen und Erlebnissen im Gepäck fahren wir zurück nach Las Vegas. Erneut liegt die endlos wirkende Weite des Tal des Todes vor uns. Bis… urplötzlich ein Kojote mitten auf der Straße steht. Wir sind nicht ausgesprochen schnell, aber auch nicht im Schneckentempo unterwegs, weshalb uns das rasch näher kommende Tier verunsichert. Allerdings scheint das nicht auf Gegenseitigkeit zu beruhen; es macht keinerlei Anstalten die Straße für uns zu räumen. Selbst auf unser lautes Hupen zeigt es keine Reaktion. Zum Glück kommt kein Gegenverkehr und wir können problemlos ausweichen. Keine zwei Minuten später, steht der nächste Kojote vor uns. Wir können es kaum glauben. Aber zumindest das zweite Tier tut uns dankenswerterweise den Gefallen: Es erschreckt sich von unserem Hupen und flüchtet in die Einöde.

Im Hotel angekommen, erholen wir uns kurz von der aufregenden Rückfahrt und bereiten uns auf den Abend vor. Am Vortag haben wir bei einem der Ticket-Stores von Tix4Tonight (Web), die Showtickets bis zu 50% günstiger anbieten, zwei Karten für „Legends in Concert“ sowie Restaurant-Gutscheine erstanden. Der Weg von Downtown bis zum Strip ist zum Laufen etwas zu weit und insbesondere in den Nachtstunden nicht zu empfehlen. Das Auto ist somit ein Muss – auch wenn die Parkplätze eigentlich teuer und rar sind. Aber wir haben Glück: Unsere Tickets für das Musical im Flamingo ermöglichen uns kostenfreies Parken im selbigen Hotel.

Zuvor begeben wir uns mit großem Hunger und den Restaurant-Gutscheinen zum Hotel Venetian. Es zählt zu den spektakulärsten Megaresorts in Las Vegas und bietet, wie der Name bereits erahnen lässt, eine recht exakte Nachbildung von Venedig. Sowohl von der Architektur im Stil der Gotik und Renaissance als auch von der Innenausstattung mit Marmorböden und Steinbrücken ist es ein wahrer Hingucker.[7] Die Gondelfahrer auf dem sich durch das Gebäude ziehenden Canal Grande wirken jedoch unter dem künstlichen Himmel und der abendlichen Dämmerung schon fast wieder bizarr. Wie auch immer: Im dortigen Restaurant genießen wir ein tolles 3-Gänge-Menü. Gesättigt und voller Vorfreude machen wir uns auf zur Abendshow im Hotel Flamingo. Und diese hält, was sie verspricht bzw. was wir uns gewünscht haben: Die Show versprüht 1,5 Stunden den für Las Vegas typischen Glamour und Glitter.

Der Abend ist noch jung und wir beschließen somit den drei Kilometer langen Las Vegas Boulevard einmal hoch- und runterzulaufen. Dabei überkommt uns ein Gefühl wahrer Reizüberflutung. Es gibt so viel zu sehen, dass wir häufig gar nicht wissen, wie wir die Eindrücke so schnell verarbeiten sollen: Leuchtende Neonschilder, blinkende Spielautomaten, riesige Werbe-Bildschirme, laut schallende Musik, hupende Autos, rauschende Wasserfälle, knapp bekleidete Gogo-TänzerInnen und herumhüpfende Comicfiguren. Und dabei sieht jedes Gebäude spektakulärer aus als das andere. Jedes Hotel will seine Konkurrenten übertreffen:

  • Excalibur – Das Excalibur ist ein mittelalterliches Märchenschloss mit weißen Türmen und einem 81 Meter hohen Glockenturm hoch über einem Burggraben. Es erinnert nicht nur von außen an Disneyland, sondern bietet auch im Inneren einen Amusementpark für Groß und Klein.[8]
  • Luxor – Die 110 Meter hohe Pyramide sowie der aus ihrer Mitte nach oben steigende Lichtstrahl sind kennzeichnend für das Hotel Luxor. Der ägyptische Stil soll sich in den Zimmern fortsetzen, die sich angeblich direkt in diese Pyramidenform einfügen und über eine Art Skilift zu erreichen sind. Am beeindruckendsten finden wir die riesige Sphinx am Eingang des Hotels, zu der wir senkrecht hinaufschauen und in deren Gegenwart wir uns wie Zwerge fühlen.[9]
  • New York New York – Wie der Name schon erahnen lässt, bilden New Yorker Wahrzeichen wie die Freiheitsstatue oder die Brooklyn Bridge die einzigartige Hotel-Skyline. Gäste können sich aussuchen, ob sie im Empire State Building, im Chrysler Building oder einem der anderen berühmten Gebäude übernachten möchten. Für einen Adrenalinschub sorgt die sich dazwischen durchschlengelnde Achterbahn. Die circa 2-minütige Fahrt kostet $14.[10]
  • Showcase Mall – Eines der vielen in Las Vegas ansässigen Shopping und Outlet Center ist die Showcase Mall. Hinter der 33 Meter hohen Coca Cola-Flasche verbirgt sich ein großes Einkaufs- und Freizeitzentrum, das unter anderem die World of Coca Cola, das Hard Rock Café Las Vegas, die M&M’s World sowie ein zweistöckiges Adidas-Geschäft beherbergt.[11]

Nach knapp zwei Stunden haben wir die aus unserer Sicht wichtigsten Ecken und Hotels erkundet. Wir sind platt – genau wie unsere Füße – und freuen uns auf ein bisschen Ruhe in unserem Hotelzimmer.


Unser Fazit: Das Death Valley ist ein faszinierender Teil von Las Vegas. Die Sonne brennt vom Himmel, als gäbe es keinen Morgen. Daher sollte bzw. muss eine volle Wasserflasche ein stetiger Begleiter sein – mag der Weg oder der Aufenthalt draußen noch so kurz sein.

Man sollte Las Vegas nicht verlassen, ohne eine der legendären Abendshows gesehen zu haben. Sie katapultieren einen in die ganz spezielle Glitzer- und Glamour-Atmosphäre von Las Vegas. Die Auswahl der richtigen Show steht allerdings ganz unter dem Motto „Die Qual der Wahl“. Ist die Wahl getroffen und die Show findet in einem der Casinohotels statt, ist es am leichtesten mit dem Auto anzureisen. Jedes Casinohotel am Las Vegas Boulevard verfügt über ein großes Parkhaus, in dem eigene Gäste und Besucher gratis ihr Fahrzeug abstellen können. Für das Valet-Parking durch Personal sind $2-3 Trinkgeld zu entrichten.

Neben dem Auto gibt es auch die Möglichkeit, sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Doppeldeckerbusse, Monorail und Hochbahnen) fortzubewegen. Die drei separaten Hochbahnen sind gratis und verbinden die wichtigsten Hotels miteinander. Auf diese Weise lässt sich bequem die Gegend erkunden. Allerdings ist zu beachten, dass die Haltestellen manchmal etwas abseits liegen.[12]

Quellenangaben:
[1] USA Südwesten, Reise Know-How-Verlag, 2014, ISBN 978-3-89662-178-8, Seite 288
[2] https://www.visit-usa.at/kalifornien-death-valley-nationalpark (letzter Abruf: 05.09.2019)
[3] USA Südwesten, Reise Know-How-Verlag, 2014, ISBN 978-3-89662-178-8, Seite 288
[4] http://www.westkueste-usa.de/mn_DeathValley_ZabriskiePoint.htm (letzter Abruf: 05.09.2019)
[5] https://www.visitcalifornia.com/de/attraction/golden-canyon-zabriskie-point (letzter Abruf: 05.09.2019)
[6] https://www.visitcalifornia.com/de/attraction/golden-canyon-zabriskie-point (letzter Abruf: 05.09.2019)
[7] USA Südwesten, Reise Know-How-Verlag, 2014, ISBN 978-3-89662-178-8, Seite 310
[8] USA Südwesten, Reise Know-How-Verlag, 2014, ISBN 978-3-89662-178-8, Seite 315
[9] USA Südwesten, Reise Know-How-Verlag, 2014, ISBN 978-3-89662-178-8, Seite 316
[10] USA Südwesten, Reise Know-How-Verlag, 2014, ISBN 978-3-89662-178-8, Seite 315
[11] https://www.vegas.com/shopping/showcase-mall-las-vegas (lezter Abruf: 05.09.2019)
[12] USA Südwesten, Reise Know-How-Verlag, 2014, ISBN 978-3-89662-178-8, Seite 300

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