Von Sandstrand und dem Blick auf türkisfarbenes Wasser können wir einfach nicht genug kriegen. Glücklicherweise hat es davon zumindest hier an der Küste zum Golf von Mexiko ausreichend. Unser nächster Stopp ist also Marco Island.
Spaziergang am Strand
Wir fahren zum Marco Island South Beach Public Access. Über Holzstege gelangt man direkt zum breiten, weißen Sandstrand. Die Sonne steht im Zenit und ohne Sonnenbrille ist die Helligkeit kaum auszuhalten. Ähnlich wie beim Skifahren wird sie vom Boden so stark reflektiert, dass die Augen gut geschützt sein sollten.
Wir überqueren den Strand und laufen geradewegs auf das Wasser zu. Es ist traumhaft – das Wasser umspült unsere Füße und wir genießen die kleine Abkühlung. Denn leider gibt es weit und breit keinen Schatten. Kilometerweit sehen wir nur Sandwüste, ohne Palmen und ohne Lifeguard-Hütten – ganz anders als wir es in Miami kennengelernt haben. Die wenigen blauen Sonnenschirme gehören einem der angrenzenden Hotels. Wir beschließen trotzdem (gut eingecremt) ein paar Meter am Sandstrand im glasklaren Wasser entlangzulaufen.
Intensives Muschel-Sightseeing
Bei näherem Hinsehen besteht der Sand von Marco Island South Beach stellenweise aus unzähligen kleinen und großen Muscheln. Sie sehen so schön aus, dass wir am liebsten sofort mit dem Sammeln anfangen würden. Aber wie mittlerweile fast überall, ist dies zum einen nicht mehr gerne gesehen und wird zum anderen bei Mitnahme und Ausfuhr sogar mitunter strafrechtlich verfolgt.
Wir möchten lieber kein Risiko eingehen und belassen es beim intensiven Muschel-Sightseeing! 🙂 Und beobachten stattdessen die Scharen von Vögeln, die ganze Strandabschnitte säumen. Sie warten gierig auf neue, anschwemmende Muscheln und damit auf eine neue Futterlieferung.



Irgendwann brennt die Sonne zu stark auf uns herab und wir entscheiden uns, den Strand zu verlassen. Unter einem schattigen Plätzchen legen wir eine Pause ein. Akklimatisiert fahren wir mit dem Auto in den Norden von Marco Island und besuchen den Bruder von lieben Freunden. Er wohnt seit vielen, vielen Jahren in Florida und hat sich hier eine neue Heimat aufgebaut – im typischen Stil der Floridianer mit Haus und Boot am Wasser.
Die Nähe zum Wasser hat durchaus seine Vorteile: Am eigenen kleinen Anlegesteg steigen wir in sein Tretboot und dürfen die kleine Bucht bis zur S. S. Jolley Bridge auf eigene Faust erkunden. Kaum zu glauben, dass dort solch ein Fortbewegungsmittel – genau wie ein Stand-up Paddle oder ein kleines Boot – für alltägliche Besorgungen keine Seltenheit ist.

Im Shopping-Fieber
Am Nachmittag verabschieden wir uns und fahren auf unserem Weg zum Hotel in Estero zum Miromar Outlet Center von der Interstate 75 runter. Outlet Center gehören zu Amerika wie die Sonne zu Florida. Und für uns sind sie stets ein Highlight, da die großen Einkaufszentren in Amerika wie eine kleine Stadt aufgebaut sind. So auch das Miromar Outlet Center (10801 Corkscrew Road, Estero, Web).
Neben der riesigen Auswahl von über 140 Designer- und Marken-Shops, die ihre Ware zu teils großzügigen Rabatten anbieten, beeindruckt uns mal wieder die Art und Weise, wie das gesamte Outlet angelegt ist: opulente Springbrunnen, meterhohe Palmen, dekorierte Straßenlaternen, Brücken zwischen den Gebäuden, Sitzbänke sowie Blumenarrangements. Es gibt so viel zu sehen, dass wir schnell die Zeit vergessen. Zum Abschluss gönnen wir uns noch ein Abendessen, bevor wir im Dunkeln schließlich in Fort Myers und damit bei unserem heutigen Übernachtungsdomizil ankommen.
Unser Fazit: Marco Island hat neben seinen langen Sandstränden und Ferienresorts wenige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Aber wen genau das nicht stört, sollte sich die Insel nicht entgehen lassen. Die Sandstrände sind ein absoluter Traum – wenn da nicht die vielen anderen Badegäste und die meterhohen Hotels wären, die den Strand säumen.