Push the Button

In jedem vom TÜV abgenommenen Zug, Bus oder jeder Straßenbahn gehört sie zur Grundausstattung: Die Notbremse. Man steigt ein, sieht sie zwischen den Fensterscheiben an einer speziellen Vorrichtung hängen und… fühlt sich irgendwie sicher. Ehrlich gesagt habe ich mir schon ein paar Mal überlegt, in welchen Situationen die Notbremse tatsächlich zum Einsatz kommen könnte. Schurken, die die Bremsen eines Busses manipulieren und dieser aufgrund dessen nicht unter 50 Meilen pro Stunde fahren darf, gibt es bisher glücklicherweise nur im Film.

„S-T-O-P“

Doch wäre es nicht schön, auch im Leben eine Art Notbremse zu wissen? Eine Art roter Button, der alles zum Stillstand bringt, Zeit zum Nachdenken lässt und dann… ermöglicht, die richtige Entscheidung zu treffen? Vielleicht reicht es manchmal schon, ihn sich einfach vorzustellen. Oder für Menschen wie mich, mit etwas weniger Vorstellungsvermögen, ein entsprechendes Bild sichtbar auf dem Schreibtisch oder an der Wand anzubringen?

Eine liebe Kollegin hat mir einst genau ein solches Schild gebastelt. Vier große Buchstaben formten das Wort „STOP“. Der Wink mit dem Zaunpfahl war unmissverständlich: „Du bist zu nett. Höre auf, zu allem und jedem „Ja“ zu sagen. Du allein kannst die Welt nicht immer retten und jeden aus seiner misslichen Lage befreien! Das führt nur dazu, dass du dich selbst vergisst.“

Zum Wohle aller

Wie recht sie hatte. Sie gab mir meine Notbremse, meinen eigenen roten Button. Es war wie ein Wachrütteln. Indem ich den Button drückte und mit Hilfe der Notbremse der Fahrtwind für einen Moment abnahm, gelang es mir, nicht nur das Wohl der anderen im Blick zu haben, sondern auch das eigene. So gerne man seinen Mitmenschen auch hilft. Es schadet nichts, hin und wieder den Blick in die Ferne zu richten, einen Augenblick innezuhalten und sich im Klaren darüber zu werden, was man selbst gerne möchte – egal wie groß oder klein, wie wichtig oder nichtig.

Wie im Zug, Bus oder in der Straßenbahn weiß man nicht, wann man die Notbremse braucht. Aber ihr Dasein gibt uns Sicherheit. Die Sicherheit, uns nicht selbst zu vergessen.

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