Es gibt so Tage…

Jeder kennt sie. Spätestens nach dem Satz „Wäre ich doch heute bloß im Bett geblieben“ ist klar, von was die Rede ist. Von diesen Tagen, an denen man sprichwörtlich mit dem falschen Fuß aufgestanden ist.

Kaum hat man den Weg aus dem Bett gefunden, stößt man sich den kleinen Zeh am Bettrahmen, kleckert das frisch angezogene T-Shirt mit Zahnpasta voll und kommt wegen der verpassten Straßenbahn zu spät ins Büro. Komischerweise häufen sich diese Unannehmlichkeiten zumeist an nur einem Tag.

Aber lässt sich dieser Tag wirklich direkt als Unglückstag abstempeln? Kann es nicht auch sein, dass wir in diesen 24 Stunden einfach besonders schusselig sind? Unsere Aufmerksamkeit beispielsweise durch zu wenig Schlaf oder Gedankenverlorenheit getrübt ist?

Schuldige(r) gesucht!

Wir sind immer auf der Suche nach einem Grund für das, was passiert. Und zumeist suchen wir diesen nicht bei uns, sondern bei anderen. So unsinnig er auch sein möge. Da kann es schon vorkommen, dass man den Ehepartner dafür verantwortlich macht, dass das Bett nicht mehr am gleichen Platz steht oder die Zahnpasta nicht richtig zugeschraubt war. Und natürlich kann der Straßenbahnfahrer die Uhr nicht lesen und ist deswegen zu früh losgefahren.

Vielleicht ist es an der Zeit, mal ehrlich zu uns zu sein und nicht immer einen Schuldigen à la Freitag, den 13. für die eigenen Fehler und Schusseligkeiten zu suchen? Warum müssen andere dafür herhalten? Sollten wir uns nicht zuerst selbst fragen, was wir falsch gemacht haben?

Freitag, der 13.

Davon abgesehen ist Freitag, der 13. wirklich keine gute Ausrede. Statistiken verzeichnen an diesem Tag nicht mehr Unfälle als an anderen Freitagen. Und aufgrund der ganzen Berichterstattung vor und während des sogenannten „Unglückstags“ habe ich die Erfahrung gemacht, dass erst recht nichts Negatives geschieht. Dieser Tag lässt sich gar nicht „übersehen“. Heißt im Klartext: Die Warnung vor Pechsträhnen, Unglücken und kleinen, persönlichen Katastrophen blinkt in allen nur erdenklichen Farben wie die schrillste Leuchtreklametafel überall auf. Was soll da schiefgehen?

Im Prinzip ist es doch eigentlich auch nicht schlimm, wenn es mal nicht so läuft, wie wir es gerne hätten. Gäbe es die Tage nicht, an denen so Manches misslingt, wie viel Aufmerksamkeit bekämen die „Glückstage“? Würden wir sie erkennen? Würden wir sie vielleicht sogar als selbstverständlich hinnehmen?

In diesem Sinne, beim nächsten Unglückstag „Augen zu und durch“. Der darauffolgende Tag wird umso besser – auch wenn es sich um einen Freitag, den 13. handelt.

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