Was macht die derzeitige Situation, was macht das Corona-Virus mit uns? Damit meine ich nicht die Betrachtung durch die wissenschaftliche Brille, sondern vielmehr was passiert gerade mit unseren Gefühlen, unseren Emotionen und unserer Persönlichkeit?
Es verdeutlicht uns in gewisser Weise, wie gut oder auch schlecht wir mit Veränderungen umgehen können. Der Mensch als solches ist gemeinhin als Gewohnheitstier bekannt. Gilt es die Routine anzupassen, passiert das entweder nur sehr widerwillig oder gar nicht. Sich auf eine neue Situation einzustellen, alte Gewohnheiten über den Haufen zu werfen, bedarf zumeist viel Aufwand und Energie. (Siehe Beitrag „Was du heute kannst besorgen…“)
Unbekannt = Unangenehm
Wie verhält es sich, wenn wir tatsächlich gezwungen werden? Nicht durch uns selbst, sondern vielmehr von äußeren Faktoren? Sich das Rauchen abzugewöhnen oder mehr Sport zu treiben, ist eine innere Entscheidung. Entweder wir wollen es, oder eben nicht. Eine Frage der Willensstärke.
In Zeiten von Corona, Ausgangssperre und Mundschutz sieht das etwas anders aus. Uns werden die neuen Zustände aufgezwungen. Wie gehen wir also am besten damit um? Natürlich könnten wir auf die Straße gehen, für unsere freiheitlichen Grundrechte einstehen und so tun, als würde uns das alles nur auferlegt, um – überspitzt formuliert! – uns Bürger zu ärgern (Ahoi, Verschwörungstheoretiker). Von dieser Diskussion möchte ich an dieser Stelle großen Abstand nehmen. Auf was ich hinaus möchte: Neutral betrachtet, befinden wir uns in einer Situation, die für uns nicht nur unbekannt ist, sondern auch unangenehm. Und mit der wir trotzdem irgendwie lernen müssen, umzugehen.
Die Chance nutzen
Wie wäre es also, nicht das ganze Negative darin zu sehen? Vielleicht entdecken wir uns selbst neu? Stellen ungeahnte Talente, Eigenschaften und Fähigkeiten an uns fest? Und nutzen einfach diese einmalige Chance, um über uns selbst hinauszuwachsen?
Jetzt kommt es darauf an, Dinge auszuprobieren und nicht direkt davor zurückzuschrecken. Zum ersten Mal bekommen wir nicht vorgeworfen, wir würden nur an uns selbst denken. Es ist sogar ausdrücklich erwünscht – als eine Art Überlebensstrategie. Also, was wollte ich schon immer mal machen? Gute Frage, schwere Frage. Vielleicht aber auch nicht:
Option 1: Kindheit und Jugendzeit reanimieren
Bei einer Tasse Kaffee oder Tee lässt sich gemütlich an vergangene Zeiten erinnern. Womit hat man sich in der Kindheit, als Teenager und während des Studiums die Zeit vertrieben? Wie wäre es alte Erinnerungen wieder aufleben zu lassen? Da kommt das geliebte, aber mittlerweile verstaubte Puzzle aus der untersten Schrankecke wie gelegen. Oder Omas alte, halb zerfledderte Strickvorlagen – mithilfe von YouTube und Strick-Tutorials könnten auch sie ein Comeback erleben. Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Und dank des Internets ist glücklicherweise (fast) alles wiederbeschaffbar.
Option 2: I’ve done it!
Unerledigte Dinge irgendwann endlich zu vollenden, kann Freude und Befriedigung in uns auslösen – gemäß des Mottos „Das wollte ich schon seit 5 Jahren machen. ENDLICH habe ich es geschafft!“. Es lohnt sich also einfach mal durch die Wohnung zu streifen und genau nach diesen Todos Ausschau zu halten. Denn dann meldet sich der Bilderrahmen zu Wort, der schon längst in einer anderen Farbe gestrichen werden wollte. Oder die Türen des Kleiderschranks springen wie von selbst auf und erklären die Zeit zum Ausmisten für gekommen. Es ist erstaunlich, wie viel in der Wohnung endlich erledigt werden möchte.
Option 3: Ein bisschen Inspiration, bitte.
Neue Ideen, Trends und Impulse liefert keiner besser als das Internet. Pinterest (Website) kann dabei eine erste sehr gute Anlaufstelle sein. Wie Tarzan im Dschungel kann man von Stichwort zu Stichwort und von Beitrag zu Beitrag schwingen. Immer tiefer in den Pool aus „Das könnte ich doch mal machen“ eintauchen. Nicht selten enthält nach zwei Stunden die Merkliste nicht nur hundert, sondern auch komplett verschiedene Dinge.
Think positive!
Jede beunruhigende Situation braucht einen Lichtblick. Etwas, was uns ablenkt und unsere Unsicherheit durch Freude ersetzt. Also, was bereitet mir Glücksgefühle? Mit Tatkraft, Offenheit für Neues, einer Portion „Sich einfach darauf einlassen“ und viel Mut können wir der aktuellen, für uns neuen Situation auch etwas Positives abgewinnen. Auch wenn es leichter gesagt ist als getan, aber es könnte an der Zeit sein, einfach mal über sich selbst hinauszuwachsen. 😉