Erich Kästner – Der kleine Mann [Buchrezension]

Liebevoll geschriebenes Kinderbuch über einen winzig kleinen Jungen und dessen Weg, sich seinen größten Herzenswunsch zu erfüllen.

Buchtitel: Der kleine Mann
Autor: Erich Kästner
Verlag: Dressler Verlag / Oetinger Verlag
Seitenanzahl: 224
Erste Veröffentlichung: 1963

Kaufmöglichkeiten und weitere Details zum Buch

Worum geht es?

Mäxchen Pichelsteiner ist ein ganz besonderer Junge. Er wird als Sohn zweier Artisten des Zirkus Stilke geboren, die nicht nur wegen ihrer atemberaubenden Kunststücke für viel Aufmerksamkeit sorgen, sondern auch aufgrund ihrer Körpergröße. Mäxchens Eltern sind kaum größer als zwei Fünfjährige. Ein Umstand, den sie ihrem Kind vererben. Mäxchen ist so groß, dass er eine Streichholzschachtel sein Bett nennt: sechs cm lang, vier cm breit und zwei cm hoch.

Als seine Eltern eines Tages auf tragische Weise ums Leben kommen, nimmt der berühmte Zauberkünstler Professor Jokus von Pokus sich ihm an. Er zieht ihn wie seinen eigenen Sohn auf. Er lehrt den wissbegierigen Jungen das Schreiben und Rechnen, aber auch die Zauberkunst. Als perfektes Duo aus Zauberer und Zauberlehrling vollbringen sie Unmögliches und versetzen das Publikum in Staunen. Sie werden über Nacht weltberühmt. Bis Mäxchen eines Tages entführt wird. Er schwebt in großer Gefahr. Doch wie soll man einen so kleinen Menschen wiederfinden? Kann er rechtzeitig gerettet werden oder kommt jede Hilfe zu spät?

Anders als andere

„Der kleine Mann“ ist ein wunderschön und herzlich geschriebenes Kinderbuch. Erich Kästner vermag den Leser gezielt zwischen den Zeilen anzusprechen. Wenngleich die Ausdrucksweisen und Formulierungen ein bisschen in die Jahre gekommen sind, oder besser gesagt, der damaligen Zeit entsprechen.

Mit Mäxchens Körpergröße bringt er damals wie heute aktuelle Probleme auf den Tisch. Anders als andere zu sein, ist eine große Herausforderung: Fehlender Respekt, Mobbing, Missgunst. Falsch gewählte Worte und Hänseleien können unter Kindern und Jugendlichen grausam sein und so manchen Einfluss auf das Leben nehmen.

Doch Mäxchens Charakterstärke, Willenskraft und Lebensfreude zeigt eindrucksvoll, dass Größe keine Rolle spielt. Wie jeder Mensch verfügt auch er über ungeahnte Fähig- und Fertigkeiten, die ihn zu etwas ganz Besonderem machen. Er glaubt an sich und trotzt mit Hilfe seines Ziehvaters jeglicher Unwegsamkeit auf dem Weg, Zauberlehrling zu werden. Sein Herzenswunsch.

Philosophische Gedanken

Erich Kästner zeigt, wie wichtig es ist, Vertrauen in sich selbst zu haben und gesteckte Ziele zu verfolgen. An einigen Stellen wird er dabei sogar philosophisch: „Wer sagt, dass jemand etwas viel besser macht oder kann? Wie viel ist „viel“?“ oder „Verkauft man sich für Geld, weil man etwas Besonderes kann und die Nachfrage danach besonders groß wird?“. Fragen, die durchaus zum Nachdenken und Reflektieren anregen.

Das Buch selbst ist mit kleinen schwarz/weiß-Zeichnungen illustriert, die die einzelnen Szenen wunderbar unterstreichen und erlebbar machen. Auf den ersten Blick wirken sie achtlos hingekritzelt, überraschen jedoch bei näherer Betrachtung mit liebevollen Details.

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