Morro Bay zeigt sich auch am nächsten Morgen von seiner schmuddeligsten Seite. Gerne hätten wir noch einen Strandspaziergang am Morro Rock Beach gemacht, verzichten aber bei diesem Nieselwetter darauf und setzen stattdessen nach einem kleinen Cornflakes-Frühstück im Motel unsere Amerika-Reise fort.
Los Angeles erwartet uns. Bis dorthin sind es ca. 3,5 Stunden reine Fahrzeit. Doch non-stop den Highway Richtung Süden zu düsen, ist für uns keine Option. Wir möchten viel von Kalifornien sehen – da kann auch das sonnenlose Wetter nichts daran ändern. Daher verlassen wir kurzerhand den Highway #1, biegen ab nach Solvang und finden uns mitten in Dänemark wieder – zumindest vermitteln die Gebäude, Straßen, Schilder und Läden genau diesen faszinierenden Eindruck. Das Städtchen ist Anfang des vorigen Jahrhunderts von dänischen Einwanderern geschaffen worden. Leider ist mittlerweile nur noch schwer erkennbar, welche Gebäude Originale sind und welche nur Nachbauten.[1]



Der Mittagshunger zwingt uns (glücklicherweise) zu einem weiteren Stopp auf unserer Strecke, und zwar in Santa Barbara. Auch hier machen wir erneut einen eindrucksvollen geografischen Exkurs: Während wir uns ein paar Stunden zuvor in „Dänemark“ aufhielten, gehen wir jetzt auf Stippvisite nach „Mexiko“. Santa Barbara ist gesäumt von weißen Häuserfassaden, roten Ziegeldächern und hochgewachsenen, grünen Palmen.
Wir sind auf der Suche nach einem kleinen Imbiss und stoßen dabei auf die beste Pizzeria weit und breit (Gino’s Sicilian Express, 12 W Figueroa St, Santa Barbara). Im Restaurant haben zwar kaum die vier kleinen Zweier-Tische Platz, aber das unaufhörliche Kommen und Gehen der Gäste spricht für sich.


Gesättigt machen wir uns wieder auf den Weg. Je näher wir Los Angeles kommen, desto schöner wird das Wetter und um so voller der Highway. Wir sehen dabei sehr schnell, dass eine achtspurig ausgebaute Autobahn noch lange kein Garant für staufreies Fahren ist. Im Schneckentempo fahren wir einmal mitten durch Beverly Hills, über den Sunset Boulevard und nach Hollywood.


Und natürlich, nicht zu vergessen, hinauf zu den Hollywood Hills mit den neun großen, weißen, weltberühmten Buchstaben. Allerdings müssen wir feststellen, dass es viel schwieriger ist als gedacht, dem Schriftzug nahezukommen und ihn zu fotografieren. Nach vielen Versuchen, die zumeist in Einbahnstraßen enden, geben wir auf und nehmen mit einem der View Points Vorlieb. Ganz im Hintergrund und durch das Hitzeflimmern etwas verschwommen kann man auf dem Mount Lee „HOLLYWOOD“ erkennen – tatsächlich mit dem bloßen Auge besser als durch die Kamera. 🙂

Unser Fazit: Sofern kein Zeitdruck besteht, gibt es keinen Grund, die Strecke zwischen Morro Bay und Los Angeles „durchzubrettern“. Die Abstecher, beispielsweise nach Solvang oder Santa Barbara, lohnen sich auf jeden Fall.
Beim Streifzug durch Solvang lädt unter anderem das Hans Christian Andersen Museum zu einer kleinen Märchenreise oder das Jule Hus zum ganzjährigen Weihnachtsbummel ein.
Quellenangaben:
[1] USA Südwesten, Reise Know-How-Verlag, 2014, ISBN 978-3-89662-178-8, Seite 615